Mittwoch, 15. Januar 2014

Schwule im Fußball

"Homosexualität wird im Fußball ignoriert"
 
Als erster prominenter deutscher Fußballprofi bekennt sich der frühere Nationalspieler Thomas Hitzlsperger. Er begründet sein jahrelanges Schweigen, spricht über "schwule Pässe", dumme Sprüche in der Kabine und die Frage, ob homosexuelle Fußballer ihre Karriere gefährden. 
von Carolin Emcke und Moritz Müller-Wirth

DIE ZEIT: Herr Hitzlsperger, Sie haben um ein Gespräch gebeten, warum?

Thomas Hitzlsperger: Ich äußere mich zu meiner Homosexualität. Ich möchte gern eine öffentliche Diskussion voranbringen – die Diskussion über Homosexualität unter Profisportlern. Das Thema bleibt immer wieder in den Klischees stecken – Profisportler gelten als perfekt "diszipliniert", "hart" und "hypermännlich". Homosexuelle dagegen gelten als "zickig", "weich", "sensibel". Das passt natürlich nicht zusammen. Ein homosexueller Profisportler? Da werden Widersprüche aufgebaut, über die ich mich in meiner Profikarriere immer wieder geärgert habe. Diese Widersprüche werden an den Stammtischen als Sensationen verkauft. Mich hat zusätzlich geärgert, dass gerade diejenigen mit dem geringsten Sachwissen am lautesten über das Thema reden.

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"Schwer, sich im Fußball der Homosexualität zu stellen" 

Warum es noch viele Hitzlspergers braucht
Kommentar von Stefan Leifert
Von der Macho-Welt des Fußballs ist die Rede, von der zweitletzten Bastion der Schwulenfeindlichkeit neben der Kirche. Stimmt schon: Stadion und Kirche hinken weit hinter dem her, was in der Breite der Gesellschaft längst Konsens ist. Aber: Der Weg zur Normalität braucht noch viele Hitzlspergers.

Coming-Outs via Massenmedien haben immer etwas Peinliches – für Protagonist und Publikum gleichermaßen. Wer einen intimen Teil seiner Persönlichkeit vor Millionen offenbart, muss gute Gründe dafür haben. Thomas Hitzlsperger hat sie: Sein Outing ist ein befreiender Akt für ihn selbst und alle, die genauso lieben wie er.

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