Montag, 10. März 2014

Tierisch schwul

Es hat ein paar Vorteile, schwul zu sein als Löwe oder Geier, als Schaf oder Schwan. Der Anteil homosexueller Tiere liegt bei manchen Arten bei zehn Prozent
Zwei Geier leben im Zoo von Jerusalem, sie heißen Doschik und Jehuda. Beide männlich, beide schwul und einander derart zärtlich zugetan, dass die Zoodirektorin sich zu etwas durchrang, was man einen Tabubruch nennt: Sie schob dem gleichgeschlechtlichen Paar, zur Abrundung ihres Lebensglücks, ein brutwarmes Geierei unter. Und siehe da: Sorgfältig pflegten die beiden Geier-Männer das Ei, sie brüteten es aus, das Küken schlüpfte nach wenigen Wochen.

Die kalkulierte Empörung

Thilo Sarrazin spaltet mit bewußt gestreuten Thesen die Gesellschaft, analysiert Jan Philipp Hein.

Als Thilo Sarrazins „Tugendterror“ übers Land kam, brachte er den Rezensionsterror gleich mit. Ich beging am Erscheinungstag den Fehler, meinem ganz normalen Medienkonsum nachzugehen. FAZ online lesen, Deutschlandfunk hören, die lokale Tageszeitung durchblättern, etwas Twitter hier, ein wenig Facebook da. Was man halt so tut. Sarrazin war auf allen Kanälen präsent. Am frühen Abend eskalierte die Sache: Binnen einer halben Stunde prasselten vier Beiträge, die sich mit dem neuen Werk des Ex-Bundesbankers befassten, auf mich ein. Zwei Kommentare, zwei Besprechungen und alles ohne dass ich nach Sarrazin gesucht hätte. Dem Mann war so wenig zu entrinnen wie der Sintflut ohne Noahs Arche. Eine aktualisierte Neuauflage des Alten Testaments könnte kaum ein größeres Medienecho nach sich ziehen.

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Virginia schafft Homo-Verbot ab

Das Parlament des US-Bundesstaats Virginia hat am Donnerstag das Verbot von gleichgeschlechtlichem Sex formal aufgehoben.

Die Abgeordneten votierten mit 100 zu null Stimmen für die Aufhebung des Gesetzes gegen "Straftaten gegen die Natur, die Moral und den Anstand", das jede Form von Oral- und Analsex sowie vorehelichen Sex unter Heterosexuellen ahndete. Bereits zuvor hatte der Senat ebenfalls einstimmig das Ende des Gesetzes aus dem Jahr 1950 beschlossen.

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Kommentar Andy

Willkommen im - nun ja, sagen wir mal, im zwanzigsten Jahrundert. Bis Virginia im einundzwanzigsten angekommen ist, dauert es wohl immer noch ein wenig. Aber wir wollen nicht kleinlich sein. Ein Erfolg ist es allemal. 

Schwule Väter: "Ich habe drei Papas"

Leben mit zwei Pflegekindern: Martin und Christian über Coming Out, tradierte Familienbilder und ihr Leben als Neo-Eltern

Wien - Bei dieser Elternschaft müsste der konservativste Familienverband verzückt sein: Bevor die Kinder kamen, ging es ins Trockentraining: Grundkurs, Aufbaukurs samt Babypflege und einmal im Monat zur Supervisionsgruppe - selbst jetzt noch. Dermaßen inhaltlich aufmunitioniert sind werdende Väter oder Mütter selten. Und dennoch will diese Gruppe nicht allen genügen: Martin und Christian sind leidenschaftliche Väter - und schwul. Sie leben mit ihren zwei Pflegekindern, die aus schwierigen Verhältnissen kommen, in einer Regenbogenfamilie.

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Politischer Aschermittwoch der CSU

Die "Inflation von Menschenrechten"

Beim Aschermittwochs-Fischessen der CSU zieht Dominikanerpater Wolfgang Spindler vom Leder: über Homosexuelle, die Umprogrammierung der Geschlechter und die "Auflösung der menschlichen Natur".

Von Thekla Krausseneck

Es ist nicht ganz leicht, sich daran zu erinnern, was noch so los war auf dem politischen Aschermittwoch der CSU - also abgesehen von der Rede des Dominikanerpaters Wolfgang Spindler. Die Christsozialen waren zum Gottesdienst und zur Aschekreuzauflegung in der Kirche St. Benedikt in Gelting gewesen, danach hatte es im großen Saal der Ratsstuben traditionell Fisch gegeben. Und dann herrschte gut eine Stunde lang Stille unter den rund 100 Besuchern. Nur der Pater redete.

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Freitag, 7. März 2014

Die LGBT-Szene in Russland - nach dem Sotschi- Effekt

Lesbian, Gay, Bisexual und Trans (LGBT) - die Szene der Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen in Russland hat durch Sotschi internationale Aufmerksamkeit erlebt. Doch die russische LGBT- Szene bräuchte dauerhaftes Engagement und keine kurzlebige Empörungswelle. Nachdem nun der Sotschi- Effekt verpufft ist, stellt sich heraus: für die Rechte von Schwulen und Lesben in Russland hat sich nichts Wesentliches verändert. Die westlichen Journalisten haben die einmalige Chance verpasst, ein differenziertes Russlandbild zu vertreten und die Hintergründe der Homophobie-Kampagne zu schildern.
Von Kristin Brueggemann

Wie auch immer man sich in der Kontroverse um Russland als Austragungsort der Olympischen Spiele positionierte, eines hat sie zumindest bewirkt: Russland war dadurch lange vor der Krim-Krise in aller Munde. Auf sämtlichen Medienkanälen wurden wir zugeschüttet mit (oft vermeintlichen) Skandalen und Enthüllungen von „hinter der Olympia-Fassade“. Die westlichen Medien berichteten über einen eingeschlafenen Medwedew auf der Eröffnungsfeier und über eine Doppeltoilette als Beweis für die wuchernde Korruption. Der deutsche BILD- Leser konnte mal so richtig herzhaft lachen über abgebrochene Türgriffe, die unser TÜV so niemals abgenommen hätte.

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Kommentar Andy

Ich finde, umgekehrt wird die Sache viel eher richtig. Was glaubt man in Russland eigentlich, womit man es mit den westlichen Medien überhaupt zu tun hat? Medienbetriegbe sind gigantische Wirtschaftsunternehmen. Natürlich wäre es toll wenn es dabei um Aufklärung und eine edle Gesinnung gehen würde, aber ich fürchte, in Wahrheit läuft es wohl doch nur aufs Geld hinaus. Profit ist auch im medialen Gewerbe alles was zählt. Journalisten interessiert es doch nicht welche aufklärerische Chance sie haben. Diese Leute wollen ganz einfach nur eine Storry verkaufen. Und am besten verkaufen sich nunmal klischeebeladene Berichte, die man der Masse nach dem Maul schreibt. Wer da glaubt, dass Journalismus irgedwas mit Freiheit und Demokratie zu tun hätte, ist ein verdammter Schwachkopf. Weit über 90 Prozent sämtlicher Medienunternehmen sind in den westlichen Ländern im Besitz von einigen wenigen Familien. Journalistisches Anspruchsdenken nach alter Schule ist in der heutigen Zeit völlig deplaziert.

Und was Russland angeht, was zum Henker will man denn auch über ein Land Positives berichten, das in Sachen Aufklärung ganze Jahrhunderte vom Rest der Welt hinterherhinkt. Einen Land mit einer uralten Alianz zwischen dem totalitären politischen System, der orthodoxen Kirche sowie der neuen Schicht stinkreicher Unternehmer. Kapitalistische Profitgiert gepaart mit russisch-nationalen Diktaturanspruchsdenken. Nein sorry, beim Theme Russland fallen mir wirklich keine positiven Gedanken ein.

 Änderung kann nur das russische Volk selbst herbeiführen und vielleicht hilft ja dabei auch ein wenig die Globalisierung. Erst wenn die Menschen begreifen, dass es längst nicht ausreicht alle paar Jahre ein Staatsoberhaupt zu wählen und sich ansonsten allen Dingen klaglos unterzuordnen, wenn Menschen begreifen, das Demokratie wirklich anstrengend ist und der Mitwirkung des ganzen Volkes bedarf, wenn man kapiert das Vielfalt und Toleranz keine Gefahr sondern eine echte Bereicherung für alle darstellen, kann es in Russland besser werden. Solange bleibt nur abzuwarten und zu hoffen.

Kolumne „Homophobie ist immer wertlos und falsch“

Vielfalt statt Einfalt: In dieser Stadt leben Stuttgarter aus aller Welt. Hier erzählen sie ihre Allerwelts- und Alltagsgeschichten.

Stuttgart - Bei den Demonstrationen für und wider den neuen Bildungsplan, nach dem die „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ künftig in den Unterricht aufgenommen werden soll,ist es am vergangenen Samstag zu Ausschreitungen gekommen. Bereits nach der ersten Demonstration Anfang Februar diskutierten unsere Kolumnenschreiber drüber, woher die Homophobie einiger Menschen komme – denn schließlich wissen Bürger mit Migrationshintergrund, wie es ist, einer Minderheit anzugehören.

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