Donnerstag, 13. Februar 2014

Kleingeistige Nörgeleien

Wenn es nach einigen Medien geht, dann ist das Urteil längst gefällt: „Politische Propaganda mit dem Sport“ – das sei der Kern dieser Olympischen Spiele in Sotschi. Mit Verlaub: so ein Blödsinn.

Es ist ein Aspekt, auch ein wichtiger, ja, aber mehr nicht. Denn die eigentliche Hauptsache hier sind die Sportlerinnen und Sportler, und die bieten großartige Leistungen, faszinierende Geschichten und unvergessliche, emotionale Momente.
Nehmen wir die russische Eiskunstläuferin Julia Lipnizkaja, die beim Teamwettbewerb mit ihren 15 Jahren zur Musik aus „Schindlers Liste“ großes Kino ausdrucksstark aufs Eis zaubert. Maria Höfl-Riesch, die am Ende eines atemberaubenden Ski-Krimis doch das ersehnte Gold gewinnt. Die virtuosen Curler, die offenbar ihrem Stein nach Belieben jeden Kurvenkurs verleihen können. Der kanadische Freestyler Alexandre Bilodeau umarmt nach seinem Olympiasieg auf der Buckelpiste liebevoll seinen älteren Bruder, der an Kinderlähmung leidet.

Weiterlesen auf http://www.theeuropean.de/elmar-thevessen/8001-die-medial-einseitige-darstellung-von-sotschi



Kommentar Andy

Die Olympischen Spiele sind in den letzten Jahrzehnten, ein in jeglicher Hinsicht überdimensionales Großereignis das in keiner Weise mehr zeitgemäß ist. Wenn in Zukunft die Olympischen Spiele nur dann noch durchgeführt werden können, wenn die Natur ganzer Landschaften komplett vernichtet und zubetoniert wird und der Staat zweistellige Milliardensummen zur Verfügung stellt, Geld für das übrigens auch in Russland sehr viele Steuerzahler hart arbeiten müssen, dann ist der Gedanke an Olympia generell zu hinterfragen. Und wollen wir doch mal ehrlich sein, beim Sport und ganz speziell bei Olympia geht es längst nicht mehr um den sportlichen Gedanken und schon gar nicht um Völkerverständigung. Solche Schlagworte sind allenfalls Mittel zum Zweck, weiter nichts.

Was Elmar Theveßen nun speziell zu Olympia in Sotschi meint ist mir ehrlich nicht recht klar. Man kann es drehen und wenden wie man möchte, Russland ist nunmal meilenweit von einer Demokratie entfernt. Auch in Sachen Umweltschutz und Korruption dürfte Russland die Liste der Negativländer anführen. Also worauf läuft dieser Beitrag denn nun hinaus? Für mich klingt das ein wenig wie: "meine Güte, nun stellt euch halt nicht so an wegen der paar Schwulen". Nun ja - als stellvertretender Chefredakteur des ZDF dürfte man wohl über genügend finanzieller Mittel verfügen, um sich über solch profane Probleme wie sie die Mehrheit des russischen Volkes hat, keine Gedanken machen zu müssen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen