Mittwoch, 5. November 2014

Katholischer Glaubenshüter Kardinal Müller: Homosexualität "nicht akzeptabel"

Der Chef der Glaubenskongregation stellt klar: Für Schwule und Lesben gibt es in der katholischen Kirche keinen Platz. Einzige Ausnahme: Keusche Homosexuelle werden geduldet.

Die Hoffnung auf eine Wandlung in der Kirche gegenüber Homosexuellen schwindet: In einem Interview mit der polnischen Zeitschrift "Nasz Dziennik" hat der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller betont, dass die Kirche Homosexuelle niemals als gleichwertig mit Heterosexuellen anerkennen werde. "Aktive Homosexualität ist nicht akzeptabel", so Müller, der oberste Glaubenshüter der 1,2 Milliarden Katholiken. "Diese Einschätzung wird die Kirche nie ändern. Aktive Homosexualität widerspricht dem Naturgesetz und ist eine Sünde."

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Kommentar Andy

Kardinal Müller hat offensichtlich keine Ahnung wovon er da gerade spricht und vor allen übertritt er bei weiten seine Befugnisse. Wenn er in seiner Funktion sagt, dass für die Kirche die Anerkennung der Homosexualität nicht in Frage kommt, ist das zunächst mal nicht zu beanstanden. Schließlich bestimmt eine Religionsgemeinschaft ganz allein, welchen Stellenwert einzelne oder Gruppen von Menschen innehaben. Die Naturgesetze dagegen heranzuziehen und eine schlichtweg falsche Behauptung in den Raum zu werfen ist etwas ganz anderes und dürfte für viele Schwule und Lesben, unabhängig ihres Glaubens oder ihrer Religionszugehörigkeit eine glatte Beleidigung darstellen.

Irmer zu Homosexualität - Irmer rudert zurück

CDU-Rechter Hans-Jürgen Irmer erklärt, Homosexualität sei „Normalität“. Die Grünen bleiben allerdings weiterhin misstrauisch. Die Hessen-Union akzeptiert die Stellungnahme.

Der Druck war am Ende wohl einfach zu groß: Nach heftiger Kritik hat der umstrittene CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Irmer seine Äußerung zurückgenommen, Homosexualität sei „nicht normal“. Mit diesem Wortlaut war Irmer vor zwei Wochen von der „Frankfurter Neuen Presse“ zitiert worden – und auch mit dem spöttischen Hinweis, andernfalls hätte „der Herrgott das mit der Fortpflanzung anders geregelt“. Die Zitate hatten breite Empörung ausgelöst.

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Nach Coming-out von Tim Cook Apple-Denkmal in Russland abgerissen

In Sankt Petersburg ist ein Denkmal für den toten Apple-Gründer Steve Jobs nach dem Coming-out seines Nachfolgers Tim Cook abgerissen worden. Cooks Offenbarung sei "ein öffentlicher Aufruf zur Sodomie", hieß es in einer Mitteilung der russischen Firmengruppe ZEFS, die das Denkmal - ein zwei Meter großes iPhone - im Januar 2013 hatte errichten lassen. Die Skulptur verletze das Gesetz, nach dem Minderjährige vor homosexueller Propaganda geschützt werden müssten. Junge Studenten hätten zu dem Monument direkten Zugang gehabt. "Die Sünde sollte nicht zur Norm werden", erklärte ZEFS-Chef Maxim Dolgopolow. Wer das Gesetz brechen wolle, habe in Russland nichts zu suchen.

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Kommentar Andy

Nicht das es solch ein ähm, Denkmals bedurft hätte. Mir ist ehrlich gesagt auch gar nicht recht klar was der Grund dafür eigentlich sein soll. Auf alle Fälle ist der Grund für den Abtransport völlig daneben. Die Skulptur verletze nach Auffassung des Unternehmens, das Gesetz, nach dem Minderjährige vor homosexueller Propaganda geschützt werden müssten. Ja, aber die Skulptur besteht doch nur aus einen etwa 2 Meter hohen iPhone auf dem unter anderen auch Tim Cook zu sehen ist. Da stellt sich doch in Zukunft die Frage, ob es in Russland nicht womöglich angebracht sei komplett alle iPhon zu verbieten. Aber nein, ich denke so weit geht der russische Nationalismus denn doch nicht. Denn aller Homophobie zum Trotz, wenn es um luxuriöses Konsumverhalten geht, gibt es für viele Russen keine Regeln. Schwule Unternehmer aus den Vereinigten Staaten hin oder her.

Homosexualität, ein Geschenk?

Von Berlins so gerade noch Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit wird politisch vermutlich nicht viel bleiben. Aber in einer Hinsicht hat er tatsächlich Geschichte geschrieben. Nicht nur damit, dass er als einer der führenden Repräsentanten dieses Landes sich selbstbewusst zu seinem Schwulsein bekannte. Fast mehr noch, weil er sich dabei rhetorisch etwas abverlangte. Der Satz "Ich bin schwul, und das ist auch gut so" ging um die Welt. Und er brachte für sich outende Prominente gewissermaßen die Selbstverpflichtung zur Sentenz mit sich. Der Fußballspieler Thomas Hitzlsperger fiel mit seinem Outing zwar rhetorisch eindeutig hinter Wowereit zurück: "Ich äußere mich zu meiner Homosexualität" klang ausgesprochen hölzern. Aber er brachte ein Anliegen vor. "Ich möchte damit eine Diskussion über Homosexualität unter Profisportlern anregen" – dieser Nachsatz machte seine Selbstentblößung ja erst vollständig und dann doch noch zu einem originellen Sprechakt.

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Kommentar Andy

Doch, ich denke schon das für manche Menschen die Homosexualität ein Geschenk sein kann. Schwul zu sein ist für mich schon weitaus mehr, als eine andere sexuelle Orientierung zu haben. Ich denke, man bekommt die Möglichkeit über viele Dinge des Lebens nachzudenken und sich seinen eigenen Standpunkt zu bilden.

Montag, 3. November 2014

"Roll Over, Tchaikovsky" - Russlands Wettstreit zwischen Homophobie und Homophilie

In seinem Buch "Roll Over, Tchaikovsky" untersucht der Musikethnologe Stephen Amico, warum so viele russische Popstars mit schwulen Themen spielen. Ein Interview.

Von Kevin Clarke

queer.de: Herr Amico, Homophobie ist ein Phänomen im post-sowjetischen Russland, das viele Menschen im Westen mit Bestürzung registrieren. Sie haben selbst viele Jahre in Russland verbracht: Warum sind religiöse Gruppen und ihre homophobe Ideologie so mächtig in einem Land, das über Jahrzehnte offiziell atheistisch war?

Stephen Amico: Man muss hier erst mal auf das Wort "offiziell" eingehen. Sicher haben die Führung der Kommunistischen Partei und alle, die in dem System Karriere machen wollten, der Religion abgeschworen. Sie wurde abgetan als "Opium fürs Volk", um Karl Marx zu zitieren. In der Realität sah die Sache jedoch anders aus, wie oft bei offiziellen Dogmen. Man muss schon fragen, wie viele Menschen sich tatsächlich an den verordneten Atheismus gehalten haben.

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Kardinal Müller: Homosexualität ist widernatürlich und Sünde

Der Glaubenspräfekt und frühere Bischof von Regensburg, Gerhard Ludwig Kardinal Müller, hat Homosexualität als widernatürlich bezeichnet. Auch eine Handreichung für wiederverheiratete Geschiedene bezeichnete Müller in einem Interview als gegen das Evangelium.
Während der außerordentlichen Synode in Rom Ende Oktober hatte es vermehrt Stimmen liberale Kräfte gegeben, die von der katholischen Kirche einen offeneren Umgang mit Geschiedenen und Homosexuellen forderten. Doch bei der Abstimmung des Schlussberichts verfehlten Passagen, die jene Themen betrafen, die nötige Zweidrittel-Mehrheit der Synodalen.
Gerhard Ludwig gab das Interview, das am vergangenen Wochenende (1. November) in der polnischen Zeitschrift „Nasz Dziennik“ veröffentlicht wurde, offenbar auf Polnisch. Wörtliche Zitate im Folgenden sind eine deutsche Übersetzung einer englischen Version des Interviews.

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»Es ist Zeit, offen zu reden«

Sechs Bischöfe, zwei Stunden, ein Thema: In Oklahoma City wurde live im Internet über den Umgang mit homosexuellen Menschen in der EmK diskutiert. 

Sechs Mitglieder des Internationalen Bischofsrats der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) und der Chef des US-amerikanischen EmK-Verlagshauses haben über den Umgang mit homosexuellen Menschen in der EmK diskutiert. Die Debatte wurde live im Internet übertragen. Sie warben dafür, unterschiedliche Auffassungen zu respektieren und sich auf den Auftrag der Kirche zu konzentrieren.

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