Montag, 28. April 2014

Homosexualität in Afrika

Simbabwes Präsident Robert Mugabe: "Soll doch Europa seinen homosexuellen Unsinn behalten!"

"Was unnatürlich ist, wird natürlich gemacht": Simbabwes Staatschef Robert Mugabe hat wieder einmal gegen den zunehmend liberaleren Umgang mit Schwulen und Lesben in Europa gewettert. Dort gebe es "überhaupt keine Prinzipien mehr".

Harare - Simbabwes Präsident Robert Mugabe hat die zunehmende Gleichstellung Homosexueller in Europa mit scharfen Worten kritisiert. In Europa gebe es "überhaupt keine Prinzipien mehr", sagte der 90-jährige Staatschef am Karfreitag in einer Ansprache zum 34. Unabhängigkeitstag seines Landes.

  "Was natürlich ist, wird unnatürlich gemacht. Und was unnatürlich ist, davon sagen sie, es sei natürlich", sagte Mugabe vor Tausenden Zuhörern in einem Stadion der Landeshauptstadt Harare. "Soll doch Europa seinen homosexuellen Unsinn behalten und damit nicht hierherkommen!"

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Kommentar Andy

Im Allgemeinen habe ich wirklich großen Respekt vor Menschen, die auch im hohen Alter noch im Arbeitsprozess stehen und ihren Beitrag für die Gesellschaft leisten. Leider ist dies nicht allen Menschen vergönnt. Robert Mugabe jedenfalls, weiß schon lang nicht mehr einzuschätzen in welcher Richtung die Menschheitsentwicklung geht. Wenn er von Europa und seinen "homosexuellen Unsinn" wettert, weiß er im Grunde genommen doch gar nicht wovon er da eigentlich spricht. Und er will es offenbar auch gar nicht wissen. Im Unterschied zu Lis Kirkby, die mit ihren 93 Jahren gerade erst ihren Doktortitel erwarb, hat Mugabe noch nicht einmal mehr eine leise Ahnung in welcher Zeit wir eigentlich leben und wie lächerlich er sich im Grunde mit seinen homophoben Thesen aus längst vergangenen Epochen macht. Er ist weder in der Lage hinzuzulernen noch wäre er dazu bereit. Ich hoffe von ganzen Herzen, dass wenigstens die Menschen Sibabwes eines Tages erkennen, wie peinlich viele Äußerungen von Mugabe eigentlich sind.

Türkei: Sondergefängnis für Homosexuelle

Die türkische Regierung plant, Homosexuelle und Transsexuelle in Sondergefängnissen unterzubringen, um sie vor gewaltsamen Übergriffen der Mithäftlinge zu schützen. Menschenrechtler warnen.

Schwule, Lesben und Transsexuelle sollen künftig in Sondergefängnissen untergebracht werden. Das kündigte der türkische Justizminister Bekir Bozdag an. Diese neue Maßnahme solle "die Sträflinge schützen", indem sie je nach sexueller Orientierung getrennt werden, so Bozdag in der türkischen Zeitung Hürriyet.

Der Vorschlag wurde vorgebracht, nachdem Veli Agbaba, Abgeordneter der größten Oppositionspartei CHP, das Sicherheitsproblem von Homosexuellen in türkischen Gefängnissen angesprochen hatte.

Agbaba kritisierte den Vorschlag seitens der Regierung. "Das Wichtigste für Homosexuelle ist, dass die momentanen Bedingungen in Gefängnissen für sie verbessert werden und ihre Isolation beendet wird", zitiert Hürriyet Agbaba. Laut dem Justizministerium befinde sich momentan die Mehrheit der homosexuellen Gefängnisinsassen in Isolationshaft und dürfe an keinen Aktivitäten mit anderen Insassen nicht teilnehmen.

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Homo-Ehe in Malta - Eine Insel mit zwei Vätern

Schwule und lesbische Paare dürfen in Malta künftig Kinder adoptieren. Der Inselstaat scheint sich zunehmend von der katholischen Kirche zu lösen - das Ende des "konservativen Bollwerks" im Mittelmeer?
Von Marc Zimmer

Frauen küssen sich und tauschen Trauringe aus, zwei Männer schneiden eine Hochzeitstorte an: Hunderte Aktivisten feierten am Montagabend in Malta die Entscheidung des Parlaments, die Homo-Ehe auf der Insel zu legalisieren. Auch Premierminister Joseph Muscat lobt das Gesetz. Es mache Malta zu einem liberaleren und europäischeren Land.

Die Entscheidung ist bemerkenswert in einem Land, das den Katholizismus als Staatsreligion in der Verfassung verankert hat. 98 Prozent der Malteser sind römisch-katholisch. Maltas Politik fühlte sich lange Zeit der katholischen Kirche verpflichtet. So sind in Malta Schwangerschaftsabbrüche strafbar, Pornografie und Nacktbaden verboten.

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Regenbogenfahne an Ugandas höchstem Punkt

Ein kalifornischer Aktivist hisst eine Fahne auf dem höchsten Berg Ugandas und fordert Präsident Museveni auf, endlich die Verfolgung von Homosexuellen zu beenden.

Neal Gottlieb ist der Chef einer Bio-Eiskremefirma in Sausalito bei San Francisco, in seiner Freizeit ist er ein begeisterter Bergsteiger. Aus Ärger über die homophoben Gesetze in Uganda, die erst im Februar verschärft worden waren, protestierte er vergangene Woche an einem ganz besonderen Ort: In über 5.000 Meter Höhe am schwer erreichbaren Margherita-Peak hisste er eine Regenbogenfahne – und forderte den 69-jährigen Staatspräsidenten heraus, persönlich die Flagge zu entfernen, sollte sie ihm missfallen.


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Pet Shop Boys ehren Alan Turing

Bei einer von der BBC organisierten Konzertreihe werden die Pet Shop Boys im Sommer ein orchestrales Musikstück vorstellen, mit dem der schwule Mathematiker Alan Turing geehrt werden soll.

Der Auftritt soll am 23. Juli im Rahmen der "BBC Proms" stattfinden, bei der rund 100 Konzerte in London veranstaltet werden. Neben neu arrangierten Hits gibt es in der Royal Albert Hall in London auch die Weltpremiere des 45-minütigen Stückes "A Man from the Future", mit dem 60 Jahre nach seinem Tod an Turing erinnert werden soll.

Turing hatte während des Zweiten Weltkrieges für die Briten ein Verfahren zur Entschlüsselung der deutschen Funksprüche entwickelt. Nach Ansicht vieler Experten war sein Beitrag kriegsentscheidend. Er gilt zudem als ein Vater der modernen Informatik durch die Entwicklung der "Turing-Maschine".


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Menschenrechte - Rückenwind für Ugandas Homosexuelle

Deutschland unterstützt eine Verfassungsklage von Ugandas Homosexuellen - und schickt seinen Menschenrechtsbeauftragen Christoph Strässer, um für die Aufhebung eines homophoben Gesetzes zu werben.

Wäre er ein Ugander, hätte sich Christoph Strässer am Donnerstag (24.04.2014) vermutlich strafbar gemacht. Denn bei seiner Reise in das ostafrikanische Land sprach sich der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung für die Rechte von sexuellen Minderheiten aus. Seine Botschaft: Deutschland kann anti-homosexuelle Gesetzgebung nicht akzeptieren. Im Februar hatte Ugandas Präsident Yoweri Museveni medienwirksam ein Gesetz unterschrieben, das nicht nur homosexuelle Handlungen unter Strafe stellt. Auch die Unterstützung und wissentliche Duldung Homosexueller kann demnach hohe Haftstrafen nach sich ziehen.

In Uganda drängte Strässer im Gespräch mit Regierungsvertretern und Abgeordneten darauf, das Gesetz aufzuheben. Deutschland unterstütze eine Verfassungsklage der ugandischen Zivilgesellschaft, sagte Strässer im Gespräch mit der Deutschen Welle. "Wir hoffen, dass das Verfassungsgericht dieses Gesetz stoppen wird, aber wir können uns nicht einmischen. Alles, was wir tun können, ist, den ugandischen Schwulen und Lesben unsere Unterstützung zuzusichern."

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Das eigene Comingout als Beispiel für Schüler

Im Unterricht komme das Thema „sexuelle Vielfalt“ zu kurz, meinen die Aktiven des „Schlau“-Projekts. Sie wollen Schulklassen in Workshops vermitteln, dass Normalität viele Facetten hat.
Von Lisa Bergmann

Ein Freitagabend in den Osterferien. Im Kuss41, dem Jugendzentrum für Schwule, Bisexuelle und Lesben nahe der Zeil, herrscht reger Betrieb. Die Jugendlichen sitzen bei Getränken und Snacks zusammen, unterhalten sich oder spielen an einem Kickertisch. Entsprechend laut geht es zu. Nicole Peinz und Martin Gronau bitten zum Gespräch in einen Nebenraum, hier ist es etwas leiser.

Peinz und Gronau gehören der Frankfurter Gruppe von „Schlau“ an, einem in fünf Bundesländern tätigen Verband, dessen Name als Abkürzung für „Schwul Lesbisch Bi Trans Aufklärung“ steht. Der kleine Raum, in dem sie jetzt sitzen, ist mit roten und grünen Sesseln möbliert, die Regale an den Wänden sind vollgepackt mit Flyern und Plakaten. Hier empfangen sie auch die Schulklassen, die etwas lernen wollen über Themen, die nach Meinung der ehrenamtlichen „Schlau“-Mitarbeiter im Unterricht oft vernachlässigt werden: Es geht um Homosexualität und um Geschlechtervielfalt, um Beziehungs- und Lebensformen.

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