Freitag, 4. April 2014

Browser-Pionier Brendan Eich: Mozilla-Chef tritt wegen Spende gegen Homo-Ehen zurück

Er stand nur wenige Tage an der Spitze der Organisation, die den Firefox-Browser entwickelt hat: Brendan Eich ist als Chef von Mozilla zurückgetreten. Dass er vor Jahren für eine Kampagne gegen Homo-Ehen gespendet hatte, brachte ihn jetzt zu Fall.

San Francisco - Mozilla-Chef Brendan Eich ist über seine Spende für eine Gruppe gestolpert, die sich gegen Homo-Ehen engagiert. Wie Verwaltungsratschefin Mitchell Baker in einem Blogeintrag mitteilte , ist Eich von seinem Amt als Chef der Internet-Firma zurückgetreten. Er habe diese Entscheidung "für Mozilla" gefällt.
Eich, der erst vergangene Woche zum Chef der Mozilla Corporation ernannt wurde, war wegen seiner Haltung zu Homosexualität zuletzt heftiger Kritik ausgesetzt: 2008 hatte er einen Gesetzentwurf gegen gleichgeschlechtliche Ehen in Kalifornien mit 1000 Dollar unterstützt. Das Dating-Portal "OK Cupid" etwa hatte daher alle Nutzer mit einer dem eigentlichen Angebot vorgeschalteten Seite zum Boykott des Firefox-Browsers aufgerufen, für den Mozilla verantwortlich ist. Auch der Software-Entwickler Rarebit kündigte an, Mozilla zu boykottieren.

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US-Pfadfinder werfen schwulen Gruppenführer raus

Die US Boy Scouts haben für Furore gesorgt, als sie jüngst ihren ersten schwulen Pfadfinder aufgenommen haben. Jetzt wurde Geoff McGrath wieder gefeuert. Doch der Kampf hat gerade erst begonnen.  
Von , Washington

Als die amerikanischen Pfadfinder Boy Scouts of America (BSA) zum 1. Januar dieses Jahres erstmals schwule Jungs in ihren Reihen duldeten, meinten sie, den Kulturkampf um Schwulenrechte entwaffnet und unterlaufen zu haben. Sie irrten.
Geoff McGrath, 49, von Beruf Software-Entwickler und von Berufung Chef der Pfadfindergruppe 98 in Seattle, verlor Titel und BSA-Mitgliedschaft, weil er seine sexuelle Neigung vor den Jungen und ihren Eltern nicht verbarg. McGrath sieht sich als Opfer, die BSA erkennt in ihm einen Agitator, der ihre Jungen verdirbt.

İBRAHIM DINÇDAĞ KOMMT NACH DEUTSCHLAND

Der Fall Halil İbrahim Dinçdağ sorgte zu Beginn des Jahres 2009 in der Türkei und über die Grenzen hinaus für großes Aufsehen. Halil İbrahim Dinçdağ ist ein Fußballschiedsrichter, der in der türkischen Presse als homosexuell geoutet wurde und seitdem seinen Beruf nicht mehr ausüben darf. Der Landkreisverband Trabzon schloss ihn kurzerhand aus dem Schiedsrichterwesen aus. Nun kommt Halil İbrahim Dinçdağ am 8. April 2014 auf Einladung von Tennis Borussia Berlin, Roter Stern Leipzig und dem Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) für eine Woche nach Deutschland und berichtet über seine aktuelle Situation und die Situation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LSBT) in der Türkei. Die Einladung wird gefördert durch die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld und unterstützt von Türkiyemspor Berlin sowie dem Berliner Fußball-Verband.


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Homosexualität in Uganda

Homosexuelle leben in ständiger Angst

In Uganda werden Homosexuelle verfolgt und ins Gefängnis geworfen. Darüber berichtete die ugandische Aktivistin Kasha Nabagesera im Bundestag. Die Entwicklungszusammenarbeit mit dem Land steht auf dem Prüfstand.


Sie könne in Uganda nicht mit dem Bus fahren, erzählt Kasha Jacqueline Nabagesera, das sei viel zu gefährlich. Aus Sicherheitsgründen benutzt sie ein Auto und ist dabei nie allein unterwegs. "Ich bin schon oft auf der Straße geschlagen worden und bekomme Morddrohungen", sagt die Aktivistin, die sich in Uganda für die Rechte von Homosexuellen einsetzt. Dafür bekam sie 2013 den Menschenrechtspreis der Stadt Nürnberg. Auf diese Weise knüpfte sie Kontakte in den Deutschen Bundestag.

Im dortigen Ausschuss für Entwicklungspolitik berichtete die 33-Jährige von ihrem schwierigen Alltag, in dem sie als lesbische Frau ständig auf der Hut sein muss. Nabageseras Wohnung in der Hauptstadt Kampala hat eine Verwandte für sie angemietet, damit ihr eigener Name nicht auf der Rechnung auftaucht. Sonst könnte auch ihr Vermieter Ärger bekommen. Denn nicht nur Homosexuelle sind in Uganda schwerer Verfolgung ausgesetzt, sondern auch deren Freunde, Verwandte oder gar Geschäftspartner.

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Sexualwissenschaftler über Jugendliche

„Die Toleranz ist enorm gestiegen“

Viele Jugendliche akzeptieren Homosexualität, sind aber hinsichtlich Nacktheit und Abtreibung konservativer als früher, erklärt Sexualwissenschaftler Konrad Weller.

taz: Herr Weller, in Ihrer Langzeitstudie zur Sexualität Jugendlicher von 1972 bis heute stellen Sie fest, dass ein Leben mit weniger Strapazen nicht dazu führt, dass Jugendliche später geschlechtsreif werden. Das hatte man aber angenommen.

Konrad Weller: Die sogenannte säkulare Akzeleration, die Vorverlagerung der Geschlechtsreife, gibt es nach wie vor – in den vergangenen hundert Jahren rund drei Jahre. Inzwischen zeigt sich aber ein Wechsel zwischen den Milieus. Früher wurden die Kinder mit einem besseren materiellen Hintergrund früher geschlechtsreif, weil sie besser lebten und sich besser ernähren konnten als Kinder und Jugendliche aus armen Familien. Das ist heute umgekehrt.

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Misslungenes Interview zu Neuerscheinung

ZDF: Promo für homophobes Buch

Im Mittagsmagazin durfte der Schriftsteller Akif Pirinçci ungestört über die Grünen als "Kindersexpartei" herziehen und sein neues Buch bewerben, das mit machohafter Homophobie punktet.

Von Norbert Blech

Der Autor Akif Pirinçci haue "mit seinem Buch 'Deutschland von Sinnen' so richig auf den Putz" – mit dieser Anmoderation und einem Lächeln leitete die Moderatorin Susanne Conrad am Mittwoch ein Interview mit ihm im ZDF-Mittagsmagazin so niedlich ein, als gänge es um Katzenkrimis, mit denen der Schriftsteller berühmt wurde.

Das neue Werk hat aber den Untertitel "Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer", wurde seit Monaten auf "Politically Incorrect" beworben und steht wenige Tage nach der Veröffentlichung bei Amazon auf Platz 1 der politischen Bücher. In dem Werk ist viel von "Schwuchteln" und "Oberlesben" die Rede (dazu später mehr), auch kritisiert Pirinçci den Umgang der Deutschen mit Migranten im Negativen wie im Positiven, was gelegentlich spannende Ansichten offenbart. Vor allem aber "spuckt, beleidigt und boxt [er] sich seinen Weg durch die deutsche Gegenwart", wie es die "Süddeutsche" ausdrückte, und findet mit reaktionären Thesen zur Migration viel Beifall von rechts.

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Mittwoch, 2. April 2014

QUEERAMNESTY: Liebe ist kein Verbrechen - Kriminalisierung von LGBTI in Afrika

In 38 afrikanischen Ländern stehen gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen bzw. Beziehungen unter Strafe. In Mauretanien, Sudan, Nordnigeria und Südsomalia droht Homosexuellen sogar die Todesstrafe.

In 38 afrikanischen Ländern stehen gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen bzw. Beziehungen unter Strafe. In Mauretanien, Sudan, Nordnigeria und Südsomalia droht Homosexuellen sogar die Todesstrafe. Seit einiger Zeit gibt es in einigen afrikanischen Ländern die Tendenz zu einer stärkeren Kriminalisierung von LGBTI (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender-Personen). So haben Südsudan im Jahr 2008 und Burundi 2009 erstmals Verbote von gleichgeschlechtlichen sexuellen Handlungen eingeführt. In Uganda und Nigeria gibt es seit 2009 bzw. 2008 immer wieder parlamentarische Versuche, eine Verschärfung bereits bestehender gesetzlicher Verbote durchzusetzen.

Dabei sind LGBTI-Personen bereits jetzt tagtäglich Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt. Sie werden immer wieder willkürlich verhaftet und angeklagt, weil jemand vermutet, dass sie homosexuell sein könnten. Von der Polizei werden sie misshandelt, ausspioniert und von ihrer Familie verstoßen. Von den Medien bekannt gemacht und als mutmaßliche Homosexuelle denunziert, werden sie zur Zielscheibe für Übergriffe. Vergewaltigungen von Frauen, um sie von ihrer Homosexualität zu kurieren und Schikane sind keine Seltenheit. Dabei fühlen sich die TäterInnen umso mehr legitimiert, je öfter über eine Verschärfung bestehender Verbote diskutiert wird und führende PolitikerInnen und ReligionsvertreterInnen Homosexualität als unmoralisches, krankhaftes Verhalten darstellen.

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